Besprechen

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Besprechen von Krankheiten

Es gibt Krankheiten, die verschwinden, in dem sie besprochen werden. Früher gab es in fast jedem Dorf eine weise Frau, die die Fähigkeit besaß, anderen durch das Besprechen zu helfen.

Das „Besprechen“ (oder „Brauchen“) von Warzen oder Gürtelrosen ist eine uralte Heilbehandlungsmethode, die besonders in ländlichen Gebieten gebräuchlich ist. Sie kann als magisch-verbale Behandlungsweise der Volksmedizin oder als Suggestionstherapie angesehen werden. Früher gab es in jedem Dorf eine Hexe oder eine weise Frau, die die Gabe hatte, Krankheiten und Warzen durch das Aufsagen von Gebeten oder Sprüchen zu heilen. Es heißt, dass die Fähigkeit des Besprechens oft von einem Vorfahren auf eines der Kinder oder Enkel übertragen wird. Vermutlich ist es allen Menschen als latente Veranlagung gegeben zu heilen, aber nicht jeder ist ein Meister darin oder hat Interesse, seine Gabe zu nutzen.

Beim Besprechen sind die Vorgehensweisen unterschiedlich: Die betroffene Körperregion wird von der behandelnden Person meistens mit einer Hand berührt oder bedeckt; diese kann dabei einen unverständlichen Spruch murmeln oder unhörbar ein Gebet sprechen.

Warzen beispielsweise werden durch eine Virus-Infektion der Haut ausgelöst. Als Reaktion darauf bildet die Haut vermehrt Horn. Man vermutet eine zeitweise Abwehrschwäche der Haut. Alternativ zu den gängigen Methoden des Wegätzens, Wegfrierens, Wegbrennens und Wegschneidens wird der Weg des Besprechens oft erfolgreich genutzt, wenn die Schulmedizin nicht helfen konnte.

Sinnvoll ist es, Warzen nicht nur lokal zu behandeln, sondern die Abwehrkräfte zu stärken. Durch die suggestive Beeinflussung beim Besprechen kann über die Psyche das körpereigene Abwehrsystem angeregt werden. Beim Besprechen der Gürtelrose geht es darum, die Schmerzen zu nehmen und nicht nur, die Zeichen auf der Haut zu beseitigen. Oft ist auf der Haut nichts mehr zu sehen, doch die Schmerzen bleiben. Das Besprechen kann auch dann hilfreich sein, wenn von der Rose äußerlich nichts mehr zu sehen ist, aber die Gürtelroseschmerzen immer noch Beschwerden verursachen.

Traditionell wurden die Sprüche und Gebete, die über einer Wunde, Krankheit oder Warze gemurmelt wurden, geheimgehalten. Auch heute noch wird kaum eine Besprecherin oder ein Besprecher ihre ureigensten Sprüche preisgeben, außer an Nachfolger, die oft direkte familiäre Nachfahren sind.